Getreidekuren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Gastartikel von Cornelia Führer

Fast jeder ist schon einmal mit den Themen Kur, Fasten, Körperreinigung oder Entgiftung in Berührung gekommen, hat darüber gelesen, es selbst ausprobiert oder kennt jemanden, der schon einmal eine Reinigungskur durchgeführt hat. 

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Besonders in der Alternativmedizin, wie der Traditionelle Chinesischen Medizin (TCM)  oder dem Ayurveda, wird die Reinigung des Körpers, und auch des Geistes, als großer Beitrag zur ganzheitlichen Gesundheit angesehen. Sie soll dazu dienen, uns von unnötigem Ballast zu befreien und uns die Chance geben, aus ihr erfrischt, gestärkt und klar hervorzugehen – körperlich und geistig.

 

Um solch eine Kur durchführen zu können, braucht es keinen großen finanziellen Aufwand oder eine Reservierung in einem Kurhotel, man kann sie ganz einfach selbst zuhause machen! Was man dafür braucht: Zeit, Ruhe und die richtige Einstellung. Die TCM empfiehlt die Durchführung einer Getreidekur in den sog. „Dojo-Zeiten“, sie stellen die Übergangszeiträume von 18 Tagen zwischen den vier Jahreszeiten dar:

  • 27. Januar – 13. Februar
  • 25. April – 16. Mai
  • 27. Juli – 17. August
  • 28. Oktober – 15. November

Dem Erdelement zugeordnet, sind diese Zwischenphasen besonders wichtig, um den Körper von Ballast zu befreien und sich auf einen neuen Abschnitt einzustellen.

Wer kann eine Getreidekur nach TCM durchführen?

Grundsätzlich kann eine Getreidekur von jedem durchgeführt werden, solange keine gesundheitlichen bzw. medizinischen Kontraindikationen vorliegen. Besonders bei Feuchtigkeitsansammlung (häufiger Verschleimung, Cellulitis z.B.), häufigem Konsum stark verarbeiteter Nahrungsmittel, viel Salz, vermehrtem Alkoholkonsum oder dem häufigen Verzehr von Fleisch & fetthaltigen Nahrungsmitteln ist eine Reinigung des Körpers von Zeit zu Zeit zu empfehlen. Vorsicht bei Vorerkrankungen, niedrigem Blutzucker und Blutdruck, sowie bei Untergewicht! Die Verantwortung, eine Getreidekur selbst durchzuführen, liegt bei jedem selbst. Wer sich unsicher ist, kann bei seinem Hausarzt oder einem Ernährungsberater nachfragen.

Wie führt man eine Getreidekur (TCM) durch?

Vorbereitung:

Stellen Sie sicher, dass der Körper an den Konsum von Getreide gewöhnt ist (Reis, Grünkern, Hafer, Hirse ...) und bauen Sie das Getreide zumindest einen Monat vor der geplanten Kur schon regelmäßig in den Speiseplan ein. 

1-2 Tage vor der Kur empfiehlt es sich, kein Eiweiß (Fleisch, Fisch, Milchprodukte etc.) mehr zu essen. Sehr starken Kaffeetrinkern wird die schrittweise Reduktion von Kaffee empfohlen, da dessen radikaler Entzug zu Kopfschmerzen führen kann.

Durchführung:

Als Standard-Getreidesorte wir Vollkornreis empfohlen, aber auch andere Sorten können genutzt werden: Hirse leitet Feuchtigkeit aus, Hafer wärmt bei starken Kältegefühlen und Grünkern ist v.a. im Frühjahr ratsam (Leberbezug). Wenn Sie sich unsicher sind, bleiben Sie am besten bei Reis. 

 

Wichtig: während der Kur bei einer Getreidesorte bleiben!

Zubereitung

 

Das Getreide wird als „Congee“ (eine Art Brei), mind. im Verhältnis 1:8, etwa eine Stunde lang geköchelt., bei Bedarf kann etwas Wasser hinzugefügt werden.

 

Vermeiden Sie Salz - es können vor dem Verzehr frische Kräuter und eventuell auch etwas hochwertiges Öl hinzugefügt werden. Pro Mahlzeit kann etwas gedünstetes Gemüse hinzugefügt werden, max. 3 Sorten!

 

Natürlich kann die tägliche Portion morgens für alle 3 Mahlzeiten vorgekocht und nach Bedarf gewärmt werden (aber bitte nichts aus der Tiefkühltruhe!). Abends kann auch nur gedünstetes Gemüse verzehrt werden.

Eine Mahlzeit entspricht ca. 50g Rohgetreide, pro Tag können drei Mahlzeiten konsumiert werden.


Als Einstieg empfiehlt sich eine Dauer von 3 Tagen, wenn man noch nie eine Kur durchgeführt hat, danach kann man sie auch auf 6, 9 oder 12 Tage ausweiten.

Unterstützend zur Kur empfiehlt es sich, abgekochtes, heißes Wasser über den Tag verteilt zu trinken, dies fördert zusätzlich die Ausleitung. Um den Körper besser zu reinigen kann man morgens „Öl ziehen“, dazu nimmt man einen Esslöffel hochwertiges Öl in den Mund und spült den Mund damit gut durch, das Öl soll auch durch die Zähne gezogen werden. Dies macht man so lange, bis das Öl schäumt und eine weißliche Farbe annimmt, dann ausspucken, den Mund gut spülen und Zähne putzen.

 

Viel Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und Bäder bzw. Fußbäder können den Reinigungsprozess unterstützen. Ruhen Sie sich aus und schlafen Sie viel!

Nach der Kur kann man mit einer leichten Aufbaukost (Gewürze, Salz) mit Suppen, Kompotten und gedünsteten Speisen beginnen, nicht sofort mit Rohkost starten!

Nehmen Sie sich Zeit für die Kur, die Reinigung ist auch ein mentaler Prozess - Stressphasen sind dafür nicht geeignet. Am besten suchen Sie sich drei (oder mehrere) aufeinanderfolgende Tage einer Dojo-Zeit aus, in denen Sie sich darauf konzentrieren können.

Die nächste „Dojo-Zeit“ kommt bestimmt!

 

 

 

Autorin: Cornelia Führer

Sie ist diplomierte Ernährungsberaterin nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, Ernährungswissenschafterin und Ernährungsberaterin.

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