Von kürzeren Tagen und vom Frösche essen

Gastartikel von Caroline Hustedt, Gesundheitspädagogin

Es ist Herbst. Das heißt, die Tage werden nun noch kürzer als in den letzten Wochen. Aber Moment mal: Stimmt das überhaupt?

 

Nein, natürlich nicht. Deine Tage haben immer noch 24 Stunden. Wie im Juni, Juli oder August. Sie fühlen sich für dich vielleicht kürzer an, weil es weniger Stunden mit Tageslicht gibt. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben; erst einmal gibt es sogar noch weniger Tageslicht, bis es nach der Wintersonnenwende wieder mehr davon geben wird.

Fotolia 202295548 | Urheber: sebra
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Du möchtest über die nächsten Monate trotzdem gern so viel natürliches Licht wie möglich abbekommen? Ich finde, das ist ein prima Anlass, um sich mit Zeit und Organisation zu befassen. Mit deiner Zeit und der Organisation von dir selbst.

 

Was machst du aus deiner Zeit – und sie aus dir?

Es spielt gar keine Rolle, ob du berufstätig bist oder nicht, mitten in Ausbildung oder Studium steckst, in einem WG-Zimmer oder einem großen Haus wohnst. „Ich hab‘ keine Zeit!“, ist mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit eine Äußerung, die auch dir öfter mal über die Lippen kommt. Wenn das mehr als „öfter mal“ vorkommt und du dich wirklich gestresst und unter Zeitdruck fühlst, dann lohnt sich der Blick ins Selbstmanagement. Und nach dem Blick natürlich das Tun. Denn ohne das Tun tut sich nichts ändern.

 

Es gibt unzählige Tipps und Tricks zu diesem Thema und ich möchte dir einen davon hier näherbringen und dich ermutigen, ihn einmal zu testen. Vielleicht ist er ja wie gemacht für dich.

 

Nich‘ lang stressen, Frösche essen.

Ok, einer pro Tag reicht. Hast du von „Eat that Frog“ schon einmal gehört? Ich meine nicht den Restaurant-Besuch im letzten Frankreich-Urlaub. Sondern ein wirklich großartiges Werkzeug, um den Einstieg in den Arbeitstag zu erleichtern und den ganzen Tag davon zu profitieren. So ein ganz normaler Tag beginnt bei dir sicher wie bei mir: beim ersten Wecker-Klingeln aufstehen, sofort fit sein, ein bisschen Frühsport, duschen, in Ruhe ein gesundes Frühstück essen und dann ab zur Arbeit. Dort ist es dann so: Natürlich ist total klar, wie die Tages-Struktur aussieht und was das Wichtigste und Eiligste ist. Und genau so arbeite ich die Dinge auch ab. Alles läuft wie am Schnürchen, jay! Das ist bei dir nicht so? Ich kann dich beruhigen, bei mir auch nicht, zumindest nicht immer. Aber du kannst etwas dafür tun, dass möglichst viel so läuft, wie du es gern hättest. Nämlich einen Frosch essen, einen lebenden.

Genau das besagt „Eat that Frog.“ Iss morgens als erstes einen lebendigen Frosch und du kannst dir sicher sein, dass du das Schlimmste des Tages damit bereits hinter dich gebracht hast. Das Tolle daran ist, dass es wirklich hilft und du auch als Vegetarier oder Veganer diesen Frosch verspeisen kannst. Denn der Frosch steht für etwas. In diesem Fall für deine größte und/oder wichtigste Tagesaufgabe. Das Ding, vor dem du vielleicht echt Muffe hast. Oder einfach keinen Bock drauf. Weshalb du es schon eine Weile vor dir herschiebst und lieber die Toilette putzen gehst oder freiwillig den Kopierdienst übernimmst.

 

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So schickst du dein Gehirn schon morgens auf die richtige Reise.

Dabei ist es sehr hilfreich den Tag mit genau diesem Ding, deiner größten Aufgabe, zu beginnen. Das liegt an deinem Gehirn. So ein Gehirn ist nicht besonders groß, deins und meins natürlich schon, verbraucht aber ziemlich viel Energie. Außerdem ist unser Gehirn wirklich gut darin, sich vor etwas zu drücken. Wenn es die Wahl hat zwischen diesem großen, anstrengenden Ding oder mehreren kleinen, leichten Aufgaben, dann ist klar, wofür es sich entscheidet: letztere; das ist erst einmal vermeintlich energie-effizienter. Einmal damit beschäftigt, bleibt es auch lieber dabei, sich durch Kleinkram zu wuseln. Und das große Ding wird weiter und weiter geschoben, türmt sich wie ein riesiges Gebirge vor dir auf und macht dir irgendwann richtig schlechte Laune.

„Eat that Frog“ kann dir nun helfen, deine große Aufgabe anzugehen. Denn der Frosch zeigt deinem Hund, dem inneren, dem vom Schwein, wo es langgeht. Denken ist angesagt, nachdenken, intensive Beschäftigung mit einem Thema. So bringst du dein Hirn in die Spur, in der es laufen soll. Und das tut es dann auch. Das ist nämlich das Tolle daran. Es funktioniert in diese Richtung genauso gut wie in die andere. Einmal mit deiner großen Aufgabe beschäftigt, bleibst du dabei und lässt dich nicht mehr so leicht davon abbringen. 

Selbst, wenn du von etwas oder jemandem gestört wirst, fällt es dir in diesem Fall leichter, dich wieder deiner eigentlichen Aufgabe zu widmen. Du bist einfach im richtigen Modus unterwegs. So wird aus dem Gebirge nach und nach erst ein Berg, dann ein Hügel und schlussendlich eine flache Ebene, der nicht mehr anzusehen ist, wie groß das Gebirge vor dir einmal war.

 

Schließe deinen Deal des Tages mit dir selbst!

 Jetzt musst du nur noch die größte Aufgabe für den morgigen Tag identifizieren und dann kannst du „Eat that Frog“ mal ausprobieren. Es tut nicht weh, versprochen! Im Gegenteil: Es kann dir sogar einen zeitlichen Vorsprung verschaffen, sodass du mittags mal raus kommst. Ins Tageslicht. Das sich derzeit oft so mau macht und genau dann draußen ist, wenn du normalerweise drinnen bist. Es handelt sich also um einen kleinen Deal mit dir selbst: Esse Frosch, erhalte Tageslicht; und eine bessere Struktur, mentale Entlastung, mehr Energie – finde Deinen Nutzen vom Frösche essen selbst heraus.

 

Ich finde, das ist ein richtig guter Deal!

Was meinst du?

Gastartikel von

Caroline Hustedt,

Gesundheitspädagogin

 

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