Achtsamkeit

Gastartikel von Henriette S. Hunger

Henriette Hunger
Henriette Hunger

Der Begriff Achtsamkeit ist zurzeit in aller Munde. Doch was ist das eigentlich genau „Achtsamkeit“?

 

„Achtsamkeit bedeutet aufmerksam zu sein im gegenwärtigen Augenblick, ohne zu bewerten.“ 

Kabat-Zinn

 

Was genau heißt das? Ich möchte Sie gerne auf ein kleines Experiment einladen. Bereit? Stellen Sie eine Stoppuhr auf eine Minute. Dann setzten Sie sich auf einen Stuhl oder ein Kissen, schließen Sie die Augen und denken Sie an Nichts. Los geht`s. - Driiiiing!

 

Nun wie ist es Ihnen ergangen? Waren Sie erstaunt als die Minute vergangen war oder hatten Sie schon vorher mit dem Klingeln gerechnet? Wie fühlte sich Ihr Körper an? Wie haben Sie es geschafft NICHTS zu denken? Oder sind Ihre Gedanken zu Erinnerungen an die Vergangenheit oder zu Plänen in die Zukunft gewandert? Welche Gefühle konnten Sie bei sich wahrnehmen? Gab es Bewertungen wie „alberne Übung“, „oh, wie toll“, „langweilig“ oder „ich will mehr“?

Was denken Sie jetzt nach unserem kleinen Experiment?

 

Wozu sollen wir Achtsamkeit erlernen und üben?

Wir können weder gestern noch morgen atmen und leben. Dies ist eben nur heute im gegenwärtigen Moment möglich. Wenn wir wirklich leben wollen (ein Menschenleben ist ja vergleichsweise kurz), dann müssen wir lernen im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen und ihn und uns wirklich wahrzunehmen. So wie es ist und nicht so wie wir es gerne hätten. 

 

Achtsamkeit kann uns helfen Stresssituationen anders wahrzunehmen, besser für uns und andere zu sorgen und anders als gewohnt zu reagieren. Damit können wir mehr Gelassenheit, Konzentration, Kreativität, Gesundheit, Zufriedenheit und mehr Glücksgefühle in unser Leben bringen. Wer möchte das nicht?

 

Menschen mit gesundheitlichen Herausforderungen können diese mildern und erlernen andere Verhaltensweisen im Umgang mit Schmerz, Schlaflosigkeit, Körperverspannungen, Angst, Tinnitus und Herz-Kreislauferkrankungen u.a.

 

Wie können wir nun Achtsamkeit erlernen?

Achtsamkeit ist eine Methode und zugleich eine Lebenshaltung, die wir erlernen oder wiederentdecken können. Am besten in einem Acht-wöchigen-MBSR-Seminar (Mindful based Stress Reduction). Während dieser acht Wochen und darüber hinaus ist es notwendig die Achtsamkeitspraxis kontinuierlich zu üben, um diese wunderbare Fähigkeit zu verfeinern und nutzen zu können.

 

Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelte in den 1970er Jahren das Programm MBSR – Stressbewältigung durch Achtsamkeit für Menschen mit leichten und schweren gesundheitlichen Problemen. Er wurde dabei maßgeblich von dem Zen-Meister Thich Nhat Hanh beeinflusst, der die Achtsamkeitspraxis als Lebenshaltung den westlichen Menschen nahegebracht hat.

 

Henriette S. Hunger (Autorinnen-Profil)