Ätherische Öle - Hausapotheke der Natur

Gastartikel von Angelika Detmers

Es gibt Momente im Leben, da wird man an den Duft der Kindheit erinnert, zum Beispiel "der Kuchen der Oma",  Wenn wir dann den Duft abrufen, kommt die damalige Stimmung, das Wohlgefühl, das Bild des Kuchens vor Augen, alles fühlt sich greifbar nahe an. Natürlich kennt unsere Nase auch die andere Seite, die "den Raum oder die Person kann ich nicht mehr riechen". Auch der Duft des Frühlings bringt uns genauso in positive Stimmung, wie Tannennadeln, die nach Weihnachten riechen.

Fotolia_57813297 Michael Tewes
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Die meisten Menschen kennen Duftstoffe, die in einem Glas mit Stäbchen in vielen Räumen „Harmonie und Reinheit“ erzeugen sollen. Schick für den Raum aber nicht gut für unsere Sinne. Auch findet man in Reinigungsmitteln, in billigen Parfüms und in Raumsprays synthetische Duftstoffe, diese können Allergien oder Kopfschmerzen auslösen.

 

Reine, ätherische Öle sind eine Klasse für sich, sie sind aus kraftvollen, gesunden und am ursprünglichen Ort ihres Lebens gewachsene Pflanzenwesen. Wir finden sie in Samen, Rinden, Stängeln, Wurzeln, Blüten und anderen Pflanzenteilen; sie können betörend duften aber auch intensiv riechen.

 

In jüngster Zeit werden ätherische Öle und deren positiver Wirkung auf die Gesundheit vermehrt wertgeschätzt. Was mich besonders freut, da ich in meinen „grünen“ Workshops versuche, den Zuhörern die Kraft der Natur und deren Wirkungspotenzial zurückzubringen. In Deutschland hat besonders der Lehrstuhl für Zellphysiologie Bochum, Herr Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt und sein Team, viel zur Aufklärung und Forschung im Duftbereich beigetragen. Einige haben sicher schon einmal gehört, dass es sogar einen Rezeptor auf Spermien gibt, der auf Maiglöckchen reagiert. Das ist nicht alles. Auch haben die Forscher festgestellt, dass Jasmin als Valium-Ersatz genutzt werden kann. Und Jasmin macht, außer ihrem umwerfenden Duft, nicht abhängig.

 

Ätherische Öle haben außerdem eine hohe antioxidative Kraft, da ihr Duft, ihre Farbe, die Insekten anlockt. Und, Antioxidantien schützen unsere Zellen vor freien Radikalen. Hier ein Beispiel welch Wirkung sie haben: 1 g Gewürznelkenöl hat die gleiche antioxidative Kraft, wie von 51 kg Karotten, 13 Liter Rote Beete-Saft oder 14 kg Orangen. Unfassbar oder?

 

Ja, unsere Natur ist ein wahres Wunderwerk. Das Nelkenöl hat den höchsten antioxidativen Wert aller bisher bekannten natürlich vorkommenden Substanzen der Welt! Das ist der Grund, warum man von einem ätherischen Öl nur ganz wenig braucht, um eine große Wirkung sowohl im Geschmack der Speisen, als auch im Körper zu erzielen.

 

Ätherische Öle können sogar Krankheitserreger (MRSA) beeinflussen, Atemwege öffnen oder Stimmungen beeinflussen und zwar durch Einnahme, Einatmen oder zur Beduftung in Räumen. Eine Schweizerin hat sogar ihre Doktorarbeit den resistenten Keimen und ätherischen Ölen gewidmet.

 

Auch können ätherische Öle, bei lokaler Anwendung, direkt in die Haut eindringen, sie benötigen nur 20 Sekunden und können sehr schnell systematische Reaktionen hervorrufen. Es gibt sogar Öle (Weihrauch und Sandelholz), die die „Blut-Hirn-Schranke“ überwinden. 98% aller Medikamente mit kleinen Molekülen sind nicht in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Für Gehirnerkrankungen sind diese Öle eine wahre Hilfe.

Ätherische Öle finden im Rahmen der Aromatherapie/-praxis mittlerweile breiten Einsatz in Krankenhäusern, bei Ärzten und vielen Aromatherapeuten aber auch im normalen Umfeld wie Schulen, Pflegedienst oder im Haushalt als Grundlage der sogenannten Hausapotheke. Die medizinische Wirkung vieler naturreiner Pflanzenöle ist bereits vielfach durch Studien belegt und auch öffentlich gemacht ob als Presseartikel oder sogar im Fernsehen.

 

Ich arbeite seit mehreren Jahren mit Ätherischen Ölen, seit einem halben Jahr aber erst mit Ölen, die auch innerlich eingesetzt werden können, die eine große Bereicherung bringen. Viele kennen noch Öle, die zwar als 100% ätherisch und naturrein angeboten werden, jedoch einen Hinweis, ein gelbes Kreuz oder ähnliches auf ihren Fläschchen stehen haben, mit dem Hinweis: „Gesundheitsschädlich“ oder/und sogar „Umweltgefährlich“.

Diese Öle haben sogenannte Füllstoffe und sind daher nicht zu 100% in den Fläschchen enthalten obwohl 100% ätherische Öle draufsteht. Der Tropfen ist zu 100% sicherlich rein, die Füllmenge aber nicht unbedingt.

 

Noch ein Tipp: Duftlampen sollte man nach Möglichkeit meiden, da die Reststoffe des Öl nie zu 100% gereinigt werden können. Durch die Hitze der Flamme können chemische Reizstoffe entstehen, die Bronchitis auslösen können. Auch Duftkerzen mit Paraffin sind nicht zu empfehlen. 

 

Gastautorin: Angelika Detmers,
ganzheitliche Gesundheitsberaterin